Reisebericht Amboseli Nationalpark

Wir sind mitten im Mai in Kenia und es ist Regenzeit.

Das Wochenende startete mit einem entspannten Freitagsbrunch in Nairobi. Es regnet. Regenzeit bedeutet, dass es durchaus mal einen ganzen Tag komplett regnen kann und es mal eine Stunde Pause gibt. Aber das soll uns nicht abschrecken. Kaum in Nairobi angekommen, geht es heute nämlich weiter zur Safari. Unsere Wahl fiel auf den Amboseli Nationalpark südlich von Nairobi. Dort ist auch gleich komplett anderes Wetter und kurze Hosen sind angesagt.

Wir hatten ehrlich gesagt keine Ahnung was uns erwartet und wir waren auch noch nie bei einer Safari. Ausgestattet mit einem Rucksack, kleiner Kompaktkamera und Handy fühlten wir uns technisch ein wenig unvorbereitet. Viele reisen zu einer Safari mit einem Meter-Teleobjektiv oder mindestens einer Spiegelreflex. Diese beiden Dinge passten allerdings noch nie ins Budget.

Da standen wir nun mit dem Wochenendgepäck und der Los Budget Ausstattung auf dem Parkplatz und warteten. Der Ausflug wurde mit einem bereits bekannten Guide gebucht mit dem unsere Freunde vor Ort bereits einige Ausflüge hatten. Umso besser, da uns dadurch das Abklopfen von Erfahrungsberichten erspart blieb. Der Verkehr in Nairobi ist speziell und von Stau geprägt, also muss man bei einem Treffpunkt immer etwas Zeit dazu addieren und warten. Mittlerweile hatte es auch wieder angefangen zu regnen, also mussten die ausgewachsenen Zimmerpalmen uns Schutz bieten.

Auf dem Parkplatz standen einige Jeeps – mal grösser und mal kleiner. Die wären alle ein schönes Statussymbol für die Berliner Innenstadt – in Nairobi ist allerdings jede normale Straße ein kleine Offroadpiste.

Plötzlich näherte sich ein dezentes LKW Motorengeräusch an und die Kinder wurden nervös.

Unser Safarijeep mit Schnorchel und allem was dazu gehört rollte auf den Parkplatz. Der Wagen weckte eindeutige animalische Gedanken. Die größeren Stadtjeeps waren nun ein Witz, denn das Auto sah gigantisch aus. Ich würde jeden gelackten SUV für einen solchen ruppigen Landcruiser stehen lassen. Als Junge hatte man solche Autos immer als Matchbox zum spielen und die Autos konnten alles. Der Jeep war Chuck Norris unter den Autos. Der Einstieg war mit einer kleinen Einstiegshilfe verbunden und machte neugierig auf die Fahrt. Ab Startbeginn war eins sicher – stecken bleiben wir lediglich im Stau.

Die Fahrt aus Nairobi am Freitagnachmittag ist anstrengend. Es regnet und die Straßen sind bis zum Anschlag voll. Nach gefühlten 2 Stunden, konnte sich dann endlich der Motor entfalten und es ging Richtung Tansania, um dort kurz vor der Grenze abzubiegen. Der Amboseli Nationalpark liegt zwar in Kenia, befindet sich aber direkt an der Grenze zu Tansania. Die Straßen oder besser gesagt der Weg in Richtung Parkzugang wurde etwas holpriger, aber anscheinend perfekt zum Einschlafen von Kindern gemacht. Mittlerweile war im Auto Ruhe eingekehrt. Die Landschaft wechselte sich während der Fahrt von totalen grünen Feldern, über staubige Ebenen, Berge und unzähligen kleinen quirligen Dörfern. Vor allem die Dörfer waren ein Erlebnis. Vor dem Parktor angekommen, stand ein Ranger mit Gewehr und wir mussten die Zufahrt in den Park abklären. Der Parkeintritt wird generell in US Dollar bezahlt. Für seine Reisekasse sollte man daher auch immer ein paar Dollar einpacken.

Nach insgesamt 4 Stunden Fahrt sind wir in der Ol-Tukai Lodge angekommen.

Mitten im Amboseli Nationalpark und durch einen Elektrozaun vor Tieren gesichert. Mittlerweile war es komplett dunkel geworden und nach dem Abendessen eröffnete sich ein Sternenhimmel der atemberaubend war. Kein Stadtleuchten aus der Ferne oder ähnliches störte den Ausblick. Ich hatte so etwas bisher nur in Planetarien gesehen. Ab und zu flatterte zwar eine Fledermaus durch das Sternenbild, aber so etwas sieht man nur fernab von Städten.

Es war allerdings schon etwas mulmig mitten im Park zu sein und den letzten Bungalow auf der Anlage der Ol tukai Lodge zu haben. Als Berliner ist man in dieser Umgebung einfach mal das Schwächste Glied in der Nahrungskette. Selbst die Ameisen können einen wahrscheinlich zu Boden zwingen. Um ruhig schlafen zu können, sollte man sich dies erst ab der Abfahrt näher durch den Kopf gehen lassen. Wir hatten über den Kopf und ein Mosquitonetz – was soll da schon passieren.

Die erste Nacht verging recht ruhig, bis es am Morgen an der Tür und auf dem Dach polterte. Wir hatten ca. 20 kleinen Affen um unseren Bungalow, die neugierig in die Fenster und uns beim Duschen zu schauten. Da musste auch ganz genau durch das Fenster geschaut werden, was wir so alles in unseren Rucksack packten. Bananen waren nicht dabei.

Der Safaritag begann früh.

Man merke sich: Tiere schlafen nicht aus. Es ging also pünktlich um 9Uhr los. Wir standen auf einmal mitten in der Pampa und vor uns der Kilimandscharo mit fast 6.000m Höhe. Um dieses Postkartenmotiv perfekt zu machen, positionierte sich ein Elefant wie bestellt davor und kam in unsere Richtung gelaufen. Besser kann man gar nicht in eine Safari starten und ich hätte hier bereits 100 Bilder machen können, dabei waren wir noch nicht einmal 30 Minuten unterwegs. Eine Teleobjektiv wäre jetzt etwas Feines gewesen. Aber wir können auch einfach warten bis er näher an uns dran ist.

Der Amboseli Nationalpark ist knapp 400km2 groß und bekannt für die vielen Elefanten. Es ist ein grandioses Bild, wenn man die Herden mit ca. 40 – 80 Elefanten sieht. Warum muss der Mensch diese Tiere jagen? Ich werde es nie verstehen!
Jegliche Vorstellung von Tierparks und Zoogehegen wurde durch den riesigen Park zerstört, wenn man eine Herde von 50 Tieren ungestört von A nach B laufen sehen kann.

Das größte Highlight der Safari war die enorme Tiervielfalt, das viele Grün und der Anblick von Geparden in der natürlichen Umgebung. Selbst die hohe Anzahl der Safarijeeps störte die Gruppe Geparden nicht darin umher zu toben und die Szene zu begutachten. In solchen Momenten würde man gerne wissen, was denken die Tiere gerade, wenn sie 20 Autos und die vielen großen Kameras (und kleinen Kompaktkameras) sehen.

Eine Safari läuft grundsätzlich so ab, dass man relativ zeitig die Lodge verlässt und auf Pirschfahrt geht. Dabei sprechen sich die Guide’s ab und geben Tipps über Tiersichtungen an andere Fahrer weiter. Hat man also einen Guide mit Funkgerät und Jeep bekommt man also auf jeden Fall viel zu sehen. Mittag geht es zum Lunch wieder in die Lodge und man verbringt den Nachmittag am Pool. Um die Mittagszeit gibt es nicht so viel zu sehen, daher kann man eine solche Pause am Pool entspannt genießen. Am frühen Abend geht es dann wieder raus zur Pirschfahrt.

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Auf diesen Reiseblog detailjaeger teile ich mit Dir meine Freude am Reisen, wo man gutes Essen bekommt, schöne Unterkünfte bucht, die Liebe zur Fotografie und zum Entdecken.

Reisen macht glücklich und ist wichtig. Nur so kann man lernen die Welt und die Kulturen zu verstehen.

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