Reisebericht Prag im Winter

Was macht man in Prag im Winter?

Es ist Januar, kalt, grau und eigentlich nicht die idealste Reisezeit, um durch Altstadtgassen zu schlendern und in Straßencafé’s das Stadtleben zu beobachten. Wenn man allerdings in Antizykluszeiten denkt, ist das die beste Reisezeit, um einen Abstecher in eine Tourihochburg zu machen.

8 Jahre ist der letzte Pragbesuch her und es wird Zeit für Update.

Also, ab ins Land der Knödel und Gulaschsuppen im Brotteig. So oder so ähnlich war der Gedanke und das nächste Reiseziel gesetzt.

Prag ist auch im Winter schön, hat ebenso seinen Charme wie im Frühjahr oder Herbst und einen kleinen Hauch an Melancholie. Man kann im Winter entspannt durch die Straßen schlendern, erspart sich lange Schlangen und man lernt die Stadt um einiges authentischer kennen.

Nach einer kurzen Recherche bei den gängigen Hotelportalen haben wir für eine Airbnb Ferienwohnung entschieden.

Ein nettes Hotelzimmer wäre preislich in der Wintersaison auch verlockend gewesen, aber wir wollten uns nicht auf 20qm einengen lassen.
Die Wohnung liegt im Bezirk Prag 7 – also nicht direkt im Zentrum, was allerdings kein Problem darstellte. Von der historischen Altstadt geht man einmal über die Moldau und steigt den Berg Richtung Letná Park hinauf. Das ganze dauert zu Fuß gerade einmal 10-15 Minuten. Oben angekommen kann man als kleine Belohnung einen wundervollen und schönen Ausblick über die Stadt genießen. Im Sommer vielleicht noch etwas charmanter, da ein Biergarten mit Restaurant kulinarische Unterstützung und Verpflegung bietet.

Wer den Park nicht kennt, der hat sicherlich schon einmal das Metronom gesehen – dort ist der Park. Wer beides nicht kennt, muss mal nach Prag fahren.

Was kann man im Winter in Prag machen?

Keine einfache Frage, vor allem, wenn man nicht das erste Mal in der Stadt ist. Gibt es da noch etwas zu entdecken? Die grundsätzliche Idee war ein kleiner Stadtausflug über 3 Tage – aber bitte ohne Sightseeingstress.

Ankunft

Nach der 5 stündigen Fahrt mit dem Fernbus (Kostenpunkt 46Eu) sind wir mit dem Google Karten Ausdruck direkt zur Ferienwohnung gelaufen. Die Bahnfahrt hätte genauso lang gedauert, aber wäre doppelt so teuer gewesen.
Nach der Ankunft in der Wohnung haben wir kurz die Grundversorgung der Supermärkte und Spätshops (ähnliche Preise wie in Berlin) sicher gestellt, Geld aus den Automaten gezogen, uns einen Überblick vom Bezirk gemacht und dann ging es wieder in die stylische Wohnung. Die Schlüssel zur Wohnung lagen beim benachbarten Café für uns bereit.

Beim Gang durch die Wohnumgebung spürte man in den Straßen, wie sich die Stadtbewohner in ihren muckligen warmen Häusern und Wohnungen verzogen haben. Es war wie leer gefegt und die grauen Häuserfassaden wirken wie ein Schutzwall gegen Kälte, Dunkelheit und Wind.

Der morgendliche Blick aus dem Fenster legte das Tagesprogramm fest.

Regen – also ab ins Museum! Nach dem entspannten Frühstück in der Ferienwohnung sind wir direkt in das Nationalmuseum gegangen. Dort kann man sich einige bekannte Künstler aus dem Jetzt und Früher anschauen und muss dabei 5 Stockwerke durchhalten. Etwas neuzeitlicher und interessanter war der Besuch im DOX (Centre for Contemporary Art). Ein ziemlich cooles und einfaches Gebäude für Contemporary ART, welches sich nicht verstecken muss. Leider liegt das Museum etwas abgelegen vom Stadtzentrum und der Fußweg aus der Innenstadt dauert ca. 30 Minuten. Als kleine Stärkung kann man aber eine Pause im netten Museumscafé einlegen und durch den gut gefüllten Museumsshop stöbern.

Am nächsten Tag sind wir Richtung Altstadt gelaufen und haben ein wenig das Touriprogramm durchgezogen.

Wenzelplatz, astronomische Uhr, Rathausturm und natürlich der jüdische Friedhof standen auf den Programmtiteln. Zur Stärkung gab es zwischendurch leckeren Kuchen und Kaffee. Wer denkt, dass es nur in Wien supertolle Kaffeehäuser gibt, hat sich getäuscht. Auch in Prag gibt es für Kaffee und Kuchen einige feinen Adressen.

Unser Favorit war das Café Savoy.

Die Tortenkreationen dort waren äußerst lecker und zum reinlegen. Geht man ins Untergeschoss, kann man durch eine Glaswand einen Blick in die Backstube werfen. Um den Kuchen wieder abzuwandern kann man anschließend auf den Petrin Berg steigen und den Ausblick von der kleinen Variante des Eiffelturms (Eintritt ca. 5 Eu Cash) genießen. Etwas angenehmer gestaltet sich der Aufstieg, wenn man dies mit der Petrin-Standseilbahn (ca. 1,20 Eu/Pers) macht. Taxi oder öffentliche Verkehrsmitteln benötigt man für Prag sonst eher selten.

Eigentlich wollten wir am Abend noch einmal tschechisch essen gehen und probierten in dem Lokal Dlouhá 33 einen Platz zu ergattern. Der Laden platze allerdings aus allen Nähten. Durch Zufall sind wir im Yaku einem Japanischen Barbecue Restaurant gelandet und es gab eine recht privates Grillvergnügen, da wir die letzten Gäste waren. Warum also nicht mal Japanisch essen in Tschechien.

Wir hatten für den Pragausflug ein langes Wochenende geplant. Eigentlich hätte man locker noch einen Tag ran hängen können, da es doch noch so viel zu entdecken gibt.
Was würden wir nächstes Mal noch anders machen? Der Fernbus fährt die Route Berlin-Dresden-Prag-Wien. Das wäre eine nette Rundreise, wenn man in Berlin startet und in jeder weiteren Stadt auf der Route 2-3 Tage bleibt. Am Ende könnte man von Wien oder Bratislava in den Flieger steigen und wieder nach Berlin düsen – sollte man sich merken.
Auf der Prager Burg waren nicht. Ein Grund also um bald wieder nach Prag zu fahren.

Ein paar Eckdaten:

Unterkunft
Airbnb Appartment von Zuzi&Jan (Taste of Prague)

Fortbewegung
Fernbus
Taxi
Laufen

Kulinarisches
Café Savoy – stilvolles Kaffeehaus
Grand Café Orient – wieder erwecktes kubistisches Kaffeehaus
Café Café – stylisches Café
Café/Bar Nona in der New Stage am Nationaltheater
Hemingway Bar für sehr gute Cocktails
Dlouhá 33 – tschechisches Restaurant mit darüber liegender Bar
Yaku – japanisches Barbecue Restaurant zum Selbergrillen

Hej, ich bin Björn und Du bist auf meinem persönlichen Reiseblog gelandet.

Auf diesen Reiseblog detailjaeger teile ich mit Dir meine Freude am Reisen, wo man gutes Essen bekommt, schöne Unterkünfte bucht, die Liebe zur Fotografie und zum Entdecken.

Reisen macht glücklich und ist wichtig. Nur so kann man lernen die Welt und die Kulturen zu verstehen.

Comments(2)

  • Jens
    3. August 2016, 17:11  Antworten

    TIPP: per Zug von Berlin nach Prag (im Februar), ab Dresden direkt an der Elbe entlang…bis zum Hauptbahnhof in Prag, wenn man in der Nähe vom Wenzelplatz wohnt gehts auch zu Fuss zum Hotel.

    • Björn
      3. August 2016, 17:48

      Die Zugfahrt soll leider wirklich sehr toll sein. Allerdings war das Budget begrenzt und daher fand die Reise mit dem Bus statt.
      Beim nächsten Mal gehts mit dem Zug nach Prag – Indianerehrenwort 🙂

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